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Wir sind Christine und Bettina – und wir reden jetzt einfach drüber

  • leyroutz
  • vor 13 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit

Warum zwei Frauen mit zusammen fast 50 Jahren Erfahrung einen Demenzpodcast starten – und was sie dabei schon alles erlebt haben.


Es gibt Ideen, die entstehen bei einem Glas Wein. Andere beim dritten Kaffee nach einer langen Frühschicht. Unsere Podcast-Idee? Irgendwo dazwischen. Und das passt eigentlich ganz gut zu uns.

Wir sind Christine und Bettina – und wir reden seit über zehn Jahren miteinander. Über Bewohnerinnen und Bewohner, die uns nachts nicht schlafen lassen. Über Familien, die überfordert sind und es nicht zeigen wollen. Über Momente, die einem das Herz brechen. Und über solche, die einen trotzdem lachen lassen – weil man sonst nicht überleben würde in diesem Beruf.

Irgendwann haben wir uns gedacht: Diese Gespräche sollten mehr Menschen hören. Und so wurde aus einem "eigentlich müssten wir mal..." der Podcast Vergiss Dich nicht – der Demenzpodcast.


Christine – die Psychologin mit dem Hang zum Hinterfragen

Ich bin klinische Psychologin und Gerontopsychologin, spezialisiert auf Demenzdiagnostik und alles, was damit zusammenhängt. In meiner Arbeit begleite ich Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, ihre Angehörigen – und ich versuche, mit neuropsychologischen Testverfahren Ordnung in das zu bringen, was das Gehirn manchmal ganz chaotisch anstellt.

Ich führe Diagnostiken durch, schreibe Befunde, begleite eine Selbsthilfegruppe für Angehörige, berate Familien in Krisen und schreibe auf meinem Blog damalswieheute.com über all das, was mich in meiner Arbeit beschäftigt. Und das ist – ich gebe es zu – einiges.

Was mich antreibt? Die Überzeugung, dass Wissen schützt. Dass Angehörige, die verstehen, was mit ihrem Vater, ihrer Mutter, ihrem Partner passiert, besser begleiten können. Weniger Angst haben. Klarer entscheiden können. Dafür stehe ich auf – buchstäblich, manchmal um 5 Uhr morgens, wenn eine Diagnostik um 8 beginnt.


Bettina – die DGKP mit 20 Jahren Pflege-Realität im Gepäck

Bettina ist seit mehr als 20 Jahren diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin – und wer glaubt, das klingt trocken, hat noch nie erlebt, wie Bettina eine Geschichte erzählt. Mit ihr werden selbst die schiefsten Pflegedienstübergaben zu kleinen Theaterstücken.

Sie kennt den Pflegealltag von innen – die Nachtdienste, die Dokumentationsberge, die Momente, in denen ein Bewohner einen ansieht und man einfach weiß, dass heute kein guter Tag ist. Und trotzdem – oder vielleicht genau deshalb – hat sie nie aufgehört, nach besseren Wegen zu suchen.

Neben ihrem Beruf ist Bettina eine begeisterte Hundemama und weiß, dass es manchmal ein Tier braucht, das einen wortlos versteht – ein Wissen, das im Umgang mit Menschen mit Demenz übrigens gar nicht so weit entfernt ist.


Zehn Jahre gemeinsam – was wir gelernt haben

Wir arbeiten seit einem Jahrzehnt zusammen. Zuerst im Pflegeheim, Seite an Seite, manchmal buchstäblich Tür an Tür. Wir haben gemeinsam evaluiert, diskutiert, Konzepte entwickelt und auch wieder verworfen. Wir haben erlebt, was funktioniert – und was sich nach außen gut anhört, aber im Alltag scheitert.

Wir haben Familien begleitet, die nicht wussten, wie sie mit dem Verhalten ihrer Angehörigen umgehen sollen. Wir haben Momente erlebt, die einen leise nach Hause fahren lassen. Und solche, die einem zeigen, warum man sich diesen Beruf überhaupt ausgesucht hat.

Eine Bewohnerin, die seit Wochen kaum gesprochen hat, singt plötzlich ein Lied aus ihrer Kindheit – vollständig, mit Text, mit Melodie. Ein Ehemann, der jeden Tag kommt und die Hand seiner Frau hält, obwohl sie ihn längst nicht mehr erkennt. Ein Sohn, der nach einem langen Gespräch sagt: "Jetzt verstehe ich endlich, was mit meiner Mutter passiert." Das sind die Momente, die bleiben.


Warum ein Podcast – und warum jetzt?

Weil zu viele Menschen mit ihren Fragen allein sind. Weil Angehörige um 23 Uhr im Internet nach Antworten suchen und auf Texten landen, die ihnen mehr Angst machen als helfen. Weil Demenz ein Thema ist, über das zu wenig gesprochen wird – und wenn, dann oft zu kompliziert, zu klinisch, zu weit weg vom echten Leben.

Wir wollen das ändern. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit echter Erfahrung, ehrlichen Worten – und ja, auch mit Humor. Weil man über das Schwerste manchmal nur lachen kann. Und weil Lachen verbindet, auch wenn das Thema schwer ist.

In unserem Podcast "Vergiss Dich nicht – der Demenzpodcast" sprechen wir über Demenzformen und was sie wirklich bedeuten, über den Alltag in der Pflege – den schönen und den schwierigen, über Angehörige, die am Limit sind, über Diagnostik ohne Fachchinesisch, über das, was in Selbsthilfegruppen passiert, wenn Menschen merken: Ich bin nicht allein.


Was uns von anderen unterscheidet

Wir sind kein Lehrbuch. Wir bringen das mit, was in keiner Ausbildung steht: den echten Alltag. Christine aus der Diagnostik, der Einzelbetreuung und der Selbsthilfegruppe. Bettina aus über zwei Jahrzehnten Pflege am Menschen.

Und wir streiten uns manchmal – freundschaftlich, fachlich, produktiv. Weil Psychologie und Pflege nicht immer dieselbe Sprache sprechen. Weil es gut ist, wenn jemand sagt: "Moment, in der Praxis schaut das aber anders aus." Genau das hören Sie bei uns.


Wir freuen uns auf Sie – und auf Sie!

Sie finden uns auf allen gängigen Podcast-Plattformen unter Vergiss Dich nicht – der Demenzpodcast. Auf Facebook sind wir als Vergiss Dich nicht unterwegs, auf Instagram unter @vergissdichnicht_demenz. Und wer noch mehr lesen möchte: Auf damalswieheute.com schreibe ich regelmäßig über Demenz, Alter, Gehirn und alles, was das Leben damit so mitbringt.

Haben Sie Fragen, die Sie schon immer stellen wollten? Themen, die Sie beschäftigen? Schreiben Sie uns – wir lesen jede Nachricht. Und wer weiß: Vielleicht wird Ihre Frage unsere nächste Episode.

Herzlich, Christine & Bettina



 
 
 

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© 2021 Christine Leyroutz - Alle Fotos von Fotografie_Lebzelt

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