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Wenn Auguste vergisst, dass sie vergisst
Auguste sitzt am Küchentisch, die Kaffeetasse fest in beiden Händen. Sie lächelt und sagt: „Mir fehlt nichts. Ich weiß genau, was ich tue.“ Ihre Tochter steht daneben und schweigt. Denn sie weiß, dass der Herd in dieser Woche bereits zum dritten Mal eingeschaltet war, obwohl niemand gekocht hat. Wer Menschen mit Demenz begleitet, kennt solche Situationen in unzähligen Varianten. Fast immer entsteht daraus derselbe Reflex bei Angehörigen: Sie erklären, argumentieren, erinnern
leyroutz
vor 20 Stunden3 Min. Lesezeit


Der Teller, der nicht mehr ankommt – warum Essen bei Demenz zur Herausforderung wird
„Sie isst einfach nicht mehr.“ Diesen Satz höre ich in meiner Arbeit als Gerontopsychologin unglaublich oft. Fast immer wird er von Schuldgefühlen begleitet. Angehörige erzählen, dass sie stundenlang kochen, Lieblingsgerichte zubereiten oder immer wieder neue Speisen ausprobieren – und trotzdem bleibt der Teller nahezu unberührt. Für viele fühlt sich das an, als würden sie versagen. Dabei steckt hinter der Nahrungsverweigerung meist etwas ganz anderes. Demenz verändert nicht
leyroutz
12. Juli2 Min. Lesezeit


„Ich muss noch aufs Feld, es wird gleich dunkel" – warum Menschen mit Demenz in die Vergangenheit reisen
Karl sagt diesen Satz fast jeden Tag. Für ihn ist das keine Erinnerung, die er sich zurechtlegt. Für ihn ist das gerade jetzt real. Der Hof, das Feld, die Arbeit, die noch getan werden muss, bevor die Sonne untergeht. Seine Familie hat lange versucht, ihn zu korrigieren. Papa, der Hof ist doch längst verpachtet. Du bist doch schon so viele Jahre in Pension. Gut gemeint, verständlich, menschlich – und trotzdem hat es nicht geholfen. Im Gegenteil: Je öfter Karl korrigiert wurde
leyroutz
5. Juli3 Min. Lesezeit


Wenn Liebe staerker ist als Demenz
Es gibt Momente in meiner Arbeit, die mich lange begleiten. Dieser ist einer davon. Eine Frau sitzt mir gegenüber. Sie erzählt vom Alltag mit ihrem Mann – von den kleinen Verlusten, die sich über Monate und Jahre summieren. Von der Harninkontinenz, die inzwischen dazugehört. Von Situationen, die sie herausfordern, die ihr abverlangen, was sie manchmal selbst nicht glaubte aufbringen zu können. Und dann sagt sie, fast beiläufig: „Aber wir kommen gut zurecht. Wir mögen uns eben
leyroutz
27. Juni2 Min. Lesezeit

Christine
Leyroutz
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