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Die Stadien der Demenz verstaendlich erklaert

  • leyroutz
  • vor 7 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Wenn ein Mensch die Diagnose Demenz erhält, taucht früher oder später eine Frage auf, die viele Angehörige beschäftigt: Wie wird sich diese Krankheit entwickeln?

Die Vorstellung eines klaren Verlaufs kann beruhigen – gleichzeitig macht sie auch Angst.


Wichtig ist: Jede Demenz verläuft individuell. Dennoch zeigen sich typische Entwicklungsphasen, die vielen Familien helfen können, Veränderungen besser zu verstehen.

Demenz ist kein plötzlicher Zustand. Sie ist ein Prozess.


Frühe Phase – Die leisen Veränderungen

Am Anfang wirkt vieles noch unscheinbar. Betroffene können ihren Alltag meist weiterhin selbstständig bewältigen. Dennoch fallen kleine Veränderungen auf.

Typische Anzeichen können sein:– häufiges Verlegen von Gegenständen– Wortfindungsstörungen– Schwierigkeiten, sich an Termine zu erinnern– leichte Orientierungsprobleme in ungewohnten Situationen– zunehmende Unsicherheit bei komplexeren Aufgaben

Viele Menschen überspielen diese Veränderungen geschickt. Manche reagieren gereizt oder ziehen sich zurück, weil sie selbst spüren, dass etwas nicht mehr so funktioniert wie früher.


Für Angehörige ist diese Phase oft verwirrend. Einerseits wirkt vieles noch normal, andererseits entstehen erste Zweifel.


Gerade hier ist eine sorgfältige Diagnostik besonders wichtig. Denn hinter solchen Veränderungen können auch Depressionen, Vitaminmangel oder andere behandelbare Ursachen stehen.


Mittlere Phase – Der Alltag wird schwieriger

Im weiteren Verlauf werden die Einschränkungen deutlicher sichtbar. Betroffene benötigen zunehmend Unterstützung im Alltag.

Typische Veränderungen sind:– deutliche Gedächtnisstörungen– Orientierungsschwierigkeiten in Zeit und Raum– Schwierigkeiten bei alltäglichen Abläufen (Kochen, Einkaufen, Finanzen)– Veränderungen der Persönlichkeit– Unruhe oder wiederholte Fragen– emotionale Schwankungen

Viele Menschen mit Demenz leben in dieser Phase stärker in ihrer eigenen inneren Welt. Sie greifen oft auf Erinnerungen aus früheren Lebensabschnitten zurück.

Für Angehörige beginnt hier meist die herausforderndste Zeit. Sie müssen zunehmend Verantwortung übernehmen und gleichzeitig lernen, die Realität des Betroffenen anders zu verstehen.


Ein wichtiger Schlüssel ist hier die sogenannte Validation: Nicht korrigieren, sondern versuchen zu verstehen, was der Mensch mit Demenz erlebt.


Späte Phase – Die Welt wird kleiner

In der späten Phase der Erkrankung stehen körperliche und grundlegende Fähigkeiten im Vordergrund.

Typisch sind:– starke Gedächtnisverluste– eingeschränkte Sprachfähigkeit– zunehmende Hilfsbedürftigkeit bei Körperpflege und Essen– eingeschränkte Mobilität– veränderte Wahrnehmung der Umgebung

Viele Menschen wirken ruhiger oder ziehen sich stark zurück. Gleichzeitig bleibt oft etwas sehr Wesentliches erhalten: die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen.

Ein freundlicher Tonfall, eine Berührung, vertraute Musik oder eine ruhige Atmosphäre können auch in dieser Phase sehr viel bewirken.


Wichtig zu wissen

Nicht alle Demenzerkrankungen verlaufen gleich. Der Verlauf kann sich je nach Form der Demenz deutlich unterscheiden. Während sich beispielsweise eine Alzheimer-Demenz meist langsam und schleichend entwickelt, können andere Formen – etwa vaskuläre Demenzen oder Lewy-Body-Demenz – stärkere Schwankungen oder auch schnellere Veränderungen zeigen.

Auch deshalb lohnt sich eine gute Diagnostik: Sie hilft nicht nur beim Verstehen der aktuellen Situation, sondern auch beim Einschätzen des möglichen Verlaufs.


Was Angehörige wissen sollten

Demenz verläuft nicht bei allen Menschen gleich. Manche Veränderungen treten langsam auf, andere schneller. Auch einzelne Fähigkeiten können lange erhalten bleiben, während andere früher verloren gehen.

Oft erleben Angehörige auch sogenannte Schwankungen: Tage, an denen alles besser wirkt – und andere, an denen vieles schwieriger erscheint.

Das bedeutet nicht, dass sich die Krankheit plötzlich verbessert oder verschlechtert hat. Das Gehirn arbeitet einfach nicht mehr konstant.


Ein letzter Gedanke

Demenz verändert viele Fähigkeiten eines Menschen. Aber sie löscht nicht die Person.

Hinter der Erkrankung bleibt immer ein Mensch mit seiner Geschichte, seinen Beziehungen und seinen Gefühlen.

Und manchmal hilft genau dieser Gedanke Angehörigen am meisten: Nicht nur zu sehen, was verloren geht – sondern auch, was noch da ist.


Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie sich Demenz entwickeln kann und worauf Angehörige achten sollten, hören Sie auch in unseren Podcast „Vergiss dich nicht – Der Demenzpodcast“. Dort sprechen wir regelmäßig über typische Situationen aus dem Alltag mit Demenz und geben praktische Einblicke aus unserer Arbeit.



 
 
 

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© 2021 Christine Leyroutz - Alle Fotos von Fotografie_Lebzelt

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