Unterstuetzung, die leichter angenommen werden kann
- leyroutz
- vor 3 Tagen
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Viele Angehörige wissen oft gar nicht genau, was sie brauchen. Sie spüren nur: Es ist viel. Und manchmal so viel, dass selbst gut gemeinte Sätze wie „Sag einfach, wenn du etwas brauchst“ eher belasten als erleichtern. Denn dann steht plötzlich eine Entscheidung im Raum, die das erschöpfte Gehirn im Moment gar nicht treffen kann.
Dabei wäre Unterstützung so wichtig – nur eben eine, die nicht noch mehr Druck erzeugt.
Hilfe anbieten heißt zuerst: konkret werden, ohne das Gegenüber zu bevormunden. Statt „Meld dich, wenn ich etwas tun kann“ wirkt schon ein kleiner Vorschlag entlastend: „Ich fahre morgen einkaufen. Soll ich dir Obst, Joghurt oder etwas anderes mitnehmen?“ Das nimmt den Angehörigen die Hürde, selbst zu überlegen, was überhaupt möglich wäre.
Auch ein klarer Rahmen schafft Sicherheit. Wenn Hilfe zeitlich oder inhaltlich unbegrenzt wirkt, entsteht sofort die Sorge, jemandem zur Last zu fallen. Entspannter klingt: „Ich kann dir am Donnerstag am Nachmittag helfen – beim Ordnen, beim Telefonieren oder einfach beim Durchatmen.“ Grenzen sind hier Fürsorge, nicht Distanz.
Manchmal brauchen Angehörige gar kein langes Gespräch, sondern nur einen leichten Einstieg. Fragen wie „Wie geht’s dir wirklich?“ können überfordern. Besser ist etwas Kleines, Weiches: „Wie war dein Tag – gab es irgendetwas, das gut war?“ Das öffnet Raum, ohne Druck zu machen.
Wichtig ist auch, dass Hilfe nicht wie eine Bewertung wirkt. Sätze wie „Du musst auch mal Pause machen“ klingen schnell wie ein Vorwurf. Entlastender ist: „Wenn du heute eine Stunde für dich brauchst, übernehme ich in der Zeit.“ Eine Einladung, kein Muss.
Oft sind es sowieso die kleinen Dinge, die wirklich helfen: eine Suppe vor der Tür, ein mitgebrachtes Brot, ein kurzer Spaziergang, ein Formular, das jemand schon vor-sortiert hat. Mikro-Hilfen statt große Rettungen.
Und manchmal ist das Hilfreichste: einfach da sein. Nicht reden müssen, nichts entscheiden, kein Programm. Nur spüren: Ich trage das nicht allein.








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