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  • Christine Leyroutz

Resilienz

Was ist Resilienz?

Man könnte sie als das Immunsystem der Seele bezeichnen.


Warum sind manche Menschen nach Schicksalsschlägen oder schwierigen Ereignissen am Boden zerstört und andere wiederum kommen mit Verlusten oder Traumatas gut zurecht?


Wer aktiv handelt, holt sich die Kontrolle über das eigene Leben zurück. Resilienz ist keine angeborene Eigenschaft, man kann sie im Laufe des Lebens entwickeln, trainieren und verändern.

Wenn wir es schaffen und in Erinnerung zu rufen, wie wir Herausforderungen in der Vergangenheit gut bewältigt haben, trainieren wir unsere eigene Widerstandskraft.

Selbstfürsorge und soziale Kontakte und das Besinnen auf gut gemeisterte Krisen kann positives Denken fördern.


Der Begriff Resilienz kommt aus der positiven Psychologie und wurde geprägt von Boris Cyrulnik. Der französische Neurologe und Psychiater beschreibt die Resilienz als die Fähigkeit an furchtbaren Problemen zu wachsen. Breits im Jahre 1988 wurde eine große Resilienzstudie von John Bowlby geleitet, das Ergebnis daraus war, dass Resilienz aus Interaktionen besteht. Durch Kontakte und Beziehungen mit anderen erfinden wir uns selbst. Wichtig dafür sind positive Gefühle und Humor.

Früher ging man davon aus, dass resiliente Menschen gefühlsarm sind, erst später bemerkte die psychologische Wissenschaft, dass diese Personen mit Schmerz anders umgehen.

Spannend sind Studien bei Kindern die in MRT- Untersuchungen zeigen, dass das Gehirn durch Resilienz wieder heilt.

So stärkst du deine Resilienz:

Die 7 Säulen der Resilienz

  • Selbstbewusstsein

  • Kontaktfreude

  • Gefühlsstabilität

  • Optimismus

  • Handlungskontrolle

  • Realismus

  • Reflexionsfähigkeit

Dazu gibt es eine wunderschöne Geschichte:

"Es war einmal eine sehr alte Frau die glücklich und zufrieden lebte. Viele Menschen beneideten sie weil sie eine echte Lebenskünstlerin war. Die alte Frau verließ niemals ihr Haus ohne eine Handvoll getrockneter Bohnen.

Sie tat das nicht etwa um die Bohnen zu kauen, nein, sie steckte sie einfach in die rechte Tasche ihrer Jacke.

Jedes Mal wenn sie tagsüber etwas Schönes erlebte- einen wunderbaren Sonnenaufgang, ein fröhliches Kinderlachen, das Zirpen und singen eines Vogels, eine wertvolle Begegnung mit einem anderen Menschen, ein gutes Gespräch, ein liebevoll zubereitetes Essen, einen Schattenplatz in der Mittagshitze, eine blühende Blume- nahm sie dies ganz bewusst wahr, freute sich darüber von Herzen und sie wechselte eine Bohne von der rechten in die linke Jackentasche. War das Erlebnis besonders schön und gar überraschend, wechselten gar zwei oder drei Bohnen die Seiten.

Abend, wenn die Frau zu Hause war, zählte sie die Bohnen aus der rechten Tasche. Sie zelebrierte diese Ritual geradezu und führte sich so vor Augen, wieviel Schönes ihr an diesem Tag wiederfahren war.

Selbst an dem Tag, an dem nur eine Bohne die Seite gewechselt hatte, war ein gelungener Tag. Es hatte sich zu Leben gelohnt."

Resilienz in der Zeit von Corona- Annehmen, was nicht zu ändern ist

Corona löst viele Ängste in uns aus. Es handelt sich um eine Krankheit die noch wenig erforscht ist, und die Maßnahmen die von der Politik und der Medizin getroffen werden, sind gänzlich neu für uns. Wir haben es mit einem unsichtbaren Feind zu tun, der unser aller Leben auf irgendeine Weise unangenehm und meist schwerwiegend beeinträchtigt. Dazu kommt die Unsicherheit. Wie es weitergeht, wie sich unser Leben in der nächsten Woche, oder den nächsten drei Monaten verändern wird. Wir leiden unter einem Kontrollverlust und das fördert wiederum Ängste, und löst Stress in uns aus. Wer sehr resilient ist, verfügt über Strategien positiv zu denken und die Unsicherheit besser anzunehmen und zu akzeptieren.

Wir alle können es üben, gelassener durch diese schwierige Zeit zu gehen und den eigenen Stress zu beherrschen. Dabei ist es wichtig, die Gesundheitsgefahren realistisch einzuschätzen. Wichtig ist aber auch, die Situation zu akzeptieren die derzeit nicht zu ändern ist. Wir können uns vor Augen halten und dankbar dafür sein, was in unserem Leben gut läuft. Wenn man den Blick dafür schärft wird man viele Beispiele finden. Dies führt dann möglicherweise auch dazu, darüber nachzudenken was man Positives aus dieser Zeit mitnehmen kann.

Was können wir also tun?


Selbstfürsorge steht an erster Stelle, und diese wird auch in der Corona-freien Zeit oft vergessen. Ob wir uns geführte Mediationen über eine Handy App anhören, Atemübungen machen, unser Leben positiv visualisieren oder ein spannendes Buch lesen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Dazu gehört auch ausreichend zu schlafen, sich vielleicht eine Spur gesünder zu ernähren und sich regelmäßig zubewegen.

Bleiben Sie in Kontakt mit Menschen, die Ihnen guttun, und die wichtig für ihr Leben sind. Telefonieren Sie, nutzen Sie die modernen Möglichkeiten zu chatten, zu zoomen, zu skypen. Trinken Sie per Videochat einen Kaffee mit Ihrer besten Freundin, und schon ist die Welt ein bisschen heller. Wichtig ist, sich durch die Beschränkungen nicht zu isolieren und die Technik gibt uns dazu viele Möglichkeiten.

Manchmal jammern wir auf hohem Niveau. Das fällt mir immer auf wenn ich schreckliche Bilder von anderen Kontinenten sehe. Wir alle haben eigene und gemütliche Wohnungen, eventuell einen Garten oder einen Balkon. Wir sind schnell im Grünen und können dies auch genießen. Wir haben genug Lebensmittel und trotz der vielen an Corona Erkrankten sichere und gute medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Vielleicht haben wir auch die Möglichkeiten Menschen in unserer Umgebung, die selbst nicht mehr gut für sich sorgen können, zu unterstützen. Denn Helfen macht glücklich, und wer an andere denkt, tut auch etwas für die eigene Zufriedenheit.

Natürlich gibt es auch Menschen deren Existenz bedroht ist, die ihren Job verloren haben, oder in einer anderen Form schwer betroffen sind. Diese Menschen sind es, die oft keinen Ratschlag brauchen, weil es für manche Situationen einfach nicht die richtigen Worte gibt.

Was in diesem Fall oft hilft, ist Situationen zu Ende zu denken und sich Strategien zurecht zulegen. Oft ist man durch den ersten Schock gedanklich wie gelähmt. Es hilft mit vertrauten Personen die Situation zu besprechen: welche Möglichkeiten habe ich, wo bekomme ich Hilfe und Unterstützung? Durch diese Schritte bleibt man aktiv und behält die Kontrolle.

Sollten sie dennoch das Gefühl haben, dass Sie mit Situationen schwer zurecht kommen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.



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